Winterfit

Die warmen Tage im November waren sehr einladend – die Sonnenstrahlen lockten uns in die Natur – aber diesmal wollten wir sportlich unterwegs sein und zum Nordic Walken eignet sich noch immer am Besten die Prater Hauptallee.

Beginnen wollten wir bei der Rotundenallee, hier hat die Linie 1 die Endstation, also fuhren wir mit der Linie 2 zum Ring und von dort aus weiter mit der Linie 1 bis zur Endstelle Prater Hauptallee.


Den einzigen Bezug den ich zum Prater habe sind meine Kindheitserinnerungen. Besonders das Ponyreiten hatte es mir angetan und auch Autodrom machte mir Spaß. Im Teenageralter war es dann Go-Kart. Als Erwachsener fand ich den Wurstelprater nicht mehr so interessant. Ab und zu war ich in den 90-igern mit meinen Freunden beim Mexicaner, aber sonst reizte mich nicht sehr viel an dieser Gegend. Ja, die Kaiserwiese, wenn ein Konzert stattfand !


Anfangs waren wir ja noch sehr flott unterwegs, aber die schöne Landschaft ließ uns immer wieder anhalten und genießen.

Am Oberen Heustadlwasser saß ein altes Pärchen auf einer Bank und genoss die Sonne, wir taten dem gleich und lauschten den Beiden, denn sie hatten viel zu erzählen und sie zeigten uns einen Weg abseits der Hauptallee, also abseits der vielen Menschen, die trotz des Lockdowns unterwegs waren.

Beim Kinderspielplatz bildet das Heustadlwasser einen kleinen See. Bei diesem herrlichen Wetter mussten wir unbedingt dessen Ufer erkunden. Gesagt, getan. Danach schlugen wir uns regelrecht durch das Dickicht um wieder auf den Paralellweg zur Hauptallee zu gelangen.



Ein kurzes Stück noch und wir waren beim Lusthaus angelangt.


Den Weg retour nahmen wir dann über die Hauptallee. Immer wieder zweigen hier zwischendurch Wege in den Wald ab, aber wir wollten ja sportlich unterwegs sein und so blieben wir auf dem Hauptweg.


Bei der Station der Linie 1 angelangt kam die Durchsage, dass es wegen einer Demonstration enorme Verzögerungen gibt und so entschlossen wir uns Richtung Praterstern auf der Hauptallee weiter zu walken.



Dieses Stück des Weges gestaltete sich durchaus interessant.

Wir sahen die Liliputbahn an uns vorbeiziehen und standen letztendlich vor dem Riesenrad. Ach ist das lange her, dass ich dem Riesenrad so nahe war. Eines unserer schönsten Wahrzeichen.

https://wienerriesenrad.com/geschichte/



Beim Planetarium sahen wir zum ersten Mal den Platz der Meilensteine, ein Projekt der

PH Austria und dem Lungenkinder Forschungsverein.

„Mangel an Luft darzustellen ist gar nicht so leicht"
Deshalb hat sich der Verein dazu entschieden, einen (Pflaster)Stein als Symbol für das Gefühl, „einen Stein auf der Brust liegen zu haben, der Betroffenen das Atmen so schwer macht“ zu wählen.
2005 wurde der Platz der Meilensteine beim Planetarium im berühmten Wiener Prater von der damaligen Vizebürgermeisterin Grete Laska und Förderern wie der Bank Austria und Austria 3 eingeweiht und die ersten Pflastersteine mit persönlicher Widmung verlegt.

https://lungenhochdruck.at/events-projekte/meilensteine/


Am Praterstern angekommen waren wir ganz schön erschöpft, es war doch eine lange Strecke und wir hatten zuletzt auch ein ganz schönes Tempo drauf.

Wir nahmen die Linie 5, die uns sicher und ohne Unterbrechungen zu unserer Heimat Ottakring brachte und wir nahmen uns vor, den Prater im Frühjahr mit einer ausgiebigen Tour zur erkunden.

 

Im Lockdown ist Bewegung besonders wichtig, wer es abseits des Trubels mag, dem kann ich die Strecke entlang des Marchfelderkanals empfehlen.




Wir nahmen die U6 bis nach Floridsdorf und fuhren dann mit der Linie 30 bis zur Anton Schall Gasse, von hier aus waren es nur mehr 300 m zu Fuß zur Tulzergasse wo wir bei der Dreifaltigkeitsstatue starteten. Übrigens auch die Linie 31 fährt hierher.




Natur pur ist das hier und ein richtiges Enten und Schwäneparadies.


Wir spazierten bis zur Stammerdorfer Straße. Bei der nächst kommenden Brücke kehrten wir um und nahmen die andere Seite entlang des Kanals wieder retour. Diese führte an bunten Feldern vorbei, wo auch noch ein paar Sonnenblumen zu sehen waren.

Wenn man nicht so weit gehen möchte, erlauben es die vielen Brücken auch früher umzukehren und den Weg retour zu nehmen.




Spaziergänger sahen wir hier selten, ab und zu einen Angler, dafür waren Krähen hier viel umtriebiger und belagerten an gewissen Stellen regelrecht den Weg.


Das nächste Mal spazieren wir von der Dreifaltigkeitsstatue aus in die andere Richtung, nämlich Richtung Pragerstraße. Mal sehen wie weit wir da kommen, vielleicht sogar bis zur Grenze an Niederösterreich - Zeit genug haben wir ja 😉!







(c) Fotos Claudia Thonhauser und Angelika Högn

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Meine Gedanken

gehen spazieren

sollte ich mich irren

oder sind es immer

die selben,

die mich umkreisen.

Ich kann sie nicht sehen

und doch sind sie da,

aber spüren kann ich sie

zum Beispiel jetzt

da sind sie ganz nah.

Sie lassen mich

einfach nicht los!

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