Der Wiener Wasserweg Teil 2

Vom Wasserpark zur Donaustadtbrücke

Der März 2022 war überaus sonnig und warm. Es bot sich also eine gute Gelegenheit endlich das für mich noch unentdeckte Stück des Wasserweges zu gehen. Jedoch ganz Neuland war es für mich nicht, denn auch in diesem Teil stecken viele Kindheitserinnerungen, hab ich doch in Kaisermühlen an der Alten Donau schwimmen gelernt.

(c) Angelika Högn - Fotografiert von der Kagraner Brücke - Richtung Donaustadtbrücke


Den Weg vom Wasserpark bis zur U1 Station "Alte Donau" habe ich schon des öfteren genommen – Details zu diesem Spazier-Gang findet ihr unter https://www.gedankengaenge.at/post/park-kleider-und-minigolf-ist-cool. Jedoch der Abschnitt von der U1 Station in der Arbeiterstrandbadstraße bis zur Donaustadtbrücke fehlte mir noch und in meinem Jugendfreund Robert fand ich einen wunderbaren Begleiter, kennt er die Gegend doch recht gut.


Wir fuhren mit der U1 bis zur Station „Alte Donau“, überquerten die Kagraner Brücke und starteten unseren Spaziergang am Fischerstrand.

Gleich zu Beginn, am Fischerstrand 6, liegt sehr idyllisch das Lokal „Zur Alten Kaisermühle“ – ein Besuch dieses Restaurants steht schon auf meiner ToDo-Liste! https://www.kaisermuehle.at


Entlang des Weges gibt es Parzellen und Bootsvermietungen, sodass man nicht immer direkt am Wasser entlang spazieren kann. Aber der Weg zwischen den gepflegten Gärten und Parzellen ist überaus schön und der Frühling sendete schon seine ersten Boten.

Der Fischerstrand führt über eine kleine Brücke und mündet dann in den Laberlweg.

Am Laberlweg 19 kann man sich im Restaurant „Zum Schinakl“ kulinarisch verwöhnen lassen. Zum Restaurant gehört auch eine Bootsvermietung der besonderen Art, nämlich schwimmende Inseln, für jeden Geschmack ist hier etwas dabei, auch per Helikopter kann man sich schwimmend über die Alte Donau treiben lassen 😊.

https://www.schinakl.com



Der Laberlweg führte uns zum Ernst Sadil Platz. Auf diesem Platz befindet sich der Eingang zum Gänsehäufel und ein großer Parkplatz, den die Badegäste nutzen können. Über eine Brücke gelangt man dann direkt in das Bad.




Ab hier beginnt der Schnitterweg – eine Tafel gibt uns die Erklärung, wie dieser Weg zu seinem Namen kam.

Rechts vom Schnitterweg befindet sich der Cholewkapark. Wir hielten uns allerdings an den Schnitterweg, der uns wieder entlang der Alten Donau führte.

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Cholewkapark


Ich war 11 Jahre alt, als ich mit meiner Familie hier baden war. Die Gegend sieht jetzt ganz anders aus, aber im Hinterkopf habe ich noch die Bilder von damals abgespeichert.

Von 1966 – 1981 fuhren die Linie B und BK vom Praterstern nach Kaisermühlen (Schüttaustraße). Danach gab es für uns einen kleinen Fußmarsch bis zu einer abgelegenen Stelle, wo es eine abschüssige Wiese mit einem kleinen Kieselstrand gab, der zum Wasser führte. Das war unser Geheimplatz – da waren nur wir, ab und zu gesellte sich eine andere Familie dazu.


Der Weg zu unserem Badeplatz führte damals an einem kleinen Imbisstand vorbei, den die Familie Dragan betrieb und ich konnte es kaum glauben, als ich plötzlich das Schild "Bootshaus Dragan" las.




Ein Stück weiter des Weges liegt die Brücke, die zum Dampfschiffhaufen führt. Hier saßen auf einer Bank eine ältere Frau und ein Mann. Wir kamen ins plaudern und das Ehepaar bestätigte mir meine Erinnerungen!

Der einstige Badeplatz ist heute mit Bänken versehen und eingezäunt. Auch gibt es Stufen, die zum Wasser führen, ab und zu fand ich noch eine Stelle, wie ich sie in Erinnerung hatte.

Hier wurde seinerzeit nicht gemäht und so war die Alte Donau voll mit Wasserpflanzen, die mich beim Schwimmen am Bauch kitzelten. Ich nannte sie Schlingpflanzen und hatte immer Panik sie würden mich in die Tiefe ziehen.


Dahinter war damals eine richtige Gstättn, heute befinden sich hier Wohnhäuser – praktisch für die Bewohner im Sommer nach getaner Abend noch ein Bad in der Alten Donau nehmen zu können.



Genau gegenüber liegt am Dampfschiffhaufen das Polizeibad. Ab und zu schwammen mein Vater und ich hinüber, holten uns ein Eis, das wir dann auf einem Holzsteg genussvoll verspeisten, um dann wieder retour zu unserem Badeplatz zu schwimmen.


Meine Freude war riesengroß diesen Badeplatz meiner Kindheit gefunden zu haben. 😊


Wir wanderten den Schnitterweg geradeaus weiter bis zum Kaisermühlendamm. Der Kaisermühlendamm mündet in die Kaisermühlenstraße und die quert den Effenbergplatz bei der Donaustadtbrücke – wir waren an unserem Ziel angelangt!


An der Unteren Alten Donau tummelten sich auf den Stegen schon Badegäste – die Geschichte von der Donaustadtbrücke zum Wasserpark könnt ihr hier nachlesen https://www.gedankengaenge.at/post/der-wiener-wasserweg


(c) Fotos Angelika Högn

DSC_0753 neu 6.jpg

Meine Gedanken

gehen spazieren

sollte ich mich irren

oder sind es immer

die selben,

die mich umkreisen.

Ich kann sie nicht sehen

und doch sind sie da,

aber spüren kann ich sie

zum Beispiel jetzt

da sind sie ganz nah.

Sie lassen mich

einfach nicht los!

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